DIE WICHTIGE ROLLE DER HAUT

Eine sehr wichtige und häufig unterschätzte Rolle bei Nasenkorrekturen spielt die Haut, von deren Beschaffenheit das Operationsergebnis beeinflusst wird. Unsere äußere Nasenform hat häufig wenig gemein mit dem darunter liegenden knorpelig knöchernen Gerüst, das mit einer Fett und Muskelschicht sowie Haut bedeckt ist. Das ist eine sehr wichtige anatomische Komponente, die unbedingt mit dem Chirurgen vor dem Eingriff zu besprechen ist. Eine mittlere Hautdicke ermöglicht häufig ein deutlich besseres ästhetisches Ergebnis als eine sehr dünne oder sehr dicke Haut.

Sehr dünne Haut

Eine sehr dünne Haut am Nasenrücken hat den Vorteil, dass Schwellungen nach der Operation relativ kurz anhalten und Narben im Nasenstegbereich beim sog. offenen Zugang besser heilen. Der Nachteil der dünnen Haut ist, dass alle minimalen Nasenrückenunregelmäßigkeiten sofort sichtbar sind, die sonst bei einem mittleren oder dickeren Hautmantel nicht wahrnehmbar wären. Diese Unregelmäßgkeiten kann man am besten mit körpereigenen Transplantaten wie Fascia temporalis oder Perichondrium verdecken; damit jedoch solche Transplantate anwachsen bedarf es der Blutzufuhr, was manchmal zur Rötung oder verstärkten Gefäßzeichnung an der Nasenrückenhaut führt. Die Rötung ist normalerweise vorübergehend und Gefäße an der Hautoberfläche kann man erfolgreich mit dem Laser behandeln.

Sehr dicke Haut

Der Vorteil der dicken Haut liegt darin, dass kleinere Unregelmäßigkeiten fast vollkommen maskiert werden, aber die positiven Seiten der dicken Haut enden hier. Bei einem Patienten mit dicker, seborrhoeischer Haut kann man keinesfalls eine zierliche Nase der Fotomodels versprechen, da man hier an die Grenzen der chirurgischen Möglichkeiten besonders im Nasenspitzenbereich stößt. Das knorpelig-knöcherne Gerüst kann man maximal verkleinern und häufig bleibt danach eine Nasenspitze doch ohne irgendeine Form.

Um das zu vereinfachen muss man sich eine dicke Daunendecke vorstellen unter der sich drei oder vier Zeitschriften befinden. Das Entfernen einer oder mehrer Zeitschriften verändert nichts an der äußeren Form der Daunenendecke; aber das gleiche "Experiment" mit einem Bettlaken würde zu einem anderen Ergebnis führen. Ein ausführliches Gespräch ist notwendig und eine Computersimulation sollte in diesem Fall am Ende keine kleine Nase mit feinen Konturen erbringen. Die einzige Möglichkeit liegt in der Formung einer etwas größeren aber wohl geformten Nase, da sie ästhetisch vorteilhafter aussieht als eine kleinere aber wenig definierte Nase.

 
Independent Rhinoplasty Research Group X

Eine Nasenkorrektur ist eine sehr komplexe Operation mit selten perfekten Ergebnissen, deren Einzelschritte aufgrund von neuen Erkentnissen permanent optimiert werden.

Die Independent Rhinoplasty Research Group (IRRG) ist eine internationale Gruppe führender Spezialisten, die sich der Nasenchirurgie und deren Entwicklung als Team widmet. Alle Teilnehmer der Gruppe haben langjährige chirurgische Erfahrung, halten regelmäßig Vorträge auf internationalen Kongressen und publizieren Bücher oder Artikel über relevante Themen der Nasenchirurgie. Auf regelmäßig stattfindenden mehrtägigen Treffen werden Variationen der anatomischen Strukturen der Nase neu bewertet, Probleme der Nasenkorrektur mit möglichen Lösungen in der Expertenrunde besprochen und neue Techniken zusammen entwickelt. Das bedeutet für uns als Mitglieder der Gruppe eine neue Qualität der ärztlichen Zusammenarbeit und der Qualitätssicherung und bietet unseren Patienten in besonderen Fällen die Expertise mehrerer Spezialisten.

Mitglieder der IRRG:

  • Charles East, London, England
  • Richard Davis, Miramar, USA
  • Olivier Gerbault, Paris, Frankreich
  • Abdülkadir Göksel, Istanbul, Türkei
  • Milos Kovacevic, Hamburg, Deutschland
  • Jeffrey Marcus, Durham, USA
  • Yves Saban, Nizza, Frankreich

Assoziertes Mitglied:

  • Peter Palhazi, Budapest, Ungarn